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KOBRA - Dokumentenserver der Universität Kassel  → Fachbereiche  → FB 01 / Humanwissenschaften  → Institut für Sozialwesen  → Abteilung 1. Sozialpädagogik und Soziologie der Lebensalter & -lagen  → Soziale Gerontologie  → Dissertationen 

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http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis:34-2007012916894

Titel: Case Management in der ambulanten gerontopsychiatrischen Versorgung
Sonstige Titel: Untersuchung eines Case Management-Projekts zur Verbesserung der gerontopsychiatrischen Versorgung im Rahmen eines ambulanten Pflegedienstes
Autor(en): Schmitt, Eva Maria
Schlagworte (SWD): AlterspsychiatrieAmbulanter Hilfs- und PflegedienstCase Management
Klassifikation (DDC): 360 - Soziale Probleme, Sozialarbeit (Social services; association)
Erscheinungsdatum: 29-Jan-2007
Zusammenfassung: In der vorliegenden Arbeit wird ein am Strengths-Modell orientiertes Case Management-Projekt zur Prozess- und Ergebnisoptimierung der bereits bestehenden ambulanten gerontopsychiatrischen Versorgungsstruktur untersucht. Dazu arbeitete eine Krankenpflegerin mit psychiatrischer Fachausbildung in einer Berliner Sozialstation auf Basis einer professionellen Beziehung für 4-6 Wochen bei Klientinnen mit gerontopsychiatrischen Problemlagen, erstellte ein Assessment, leistete notwendige Unterstützung zunächst selbst, vermittelte gestützt auf die eigenen Erfahrungen weiterführende Dienste, leitete diese Dienste an, zog sich dann aus dem direkten Kontakt mit den Klientinnen zurück und blieb beratend für die weiterführenden Dienste verfügbar. Zur Untersuchung des Projekts wurden qualitative und quantitative Verfahren eingesetzt. Zur Beschreibung der Inhalte wurden die für jede Klientin verfasste Dokumentation und die Ergebnisse von grob strukturierten Interviews mit der Case Managerin, angelehnt an eine reduzierte Form der Methode Grounded Theory, in einem iterativen Prozess analysiert. In einem zweiten Schritt wurde dann untersucht, inwieweit die einzelnen Arbeitsinhalte des Case Managements die sozial-räumlichdingliche Umweltanpassung und Proaktivität der Klientinnen unterstützten. Die Wirkungen des Projektes auf Kognition, Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL), Instrumentelle Aktivitäten des täglichen Lebens (IADL), Stimmung sowie soziales und störendes Verhalten wurden mittels eines standardisierten Fragebogens mit einem quasi-experimentellen prospektiven Untersuchungsdesign analysiert. Zur Analyse der subjektiven Wirkung des Projektes auf Angehörige wurden in den Ergebnissen von grob strukturierten Interviews mittels eines iterativen Prozesses Themen identifiziert. Die Klientinnen (n=11) erhielten durchschnittlich 23 Stunden Case Management. Neben den typischen Case Management-Aufgaben führte die Case Managerin, basierend auf den Gewohnheiten, Interessen und Selbsteinschätzungen der Klientinnen, therapeutische und pflegerische Maßnahmen durch und unterstützte dabei die sozial-dinglichräumliche Umweltanpassung und Proaktivität der Klientinnen. Zusätzlich wurden Hauspflegerinnen von der Case Managerin individuell in der Wohnung von Klientinnen hinsichtlich der Kommunikation mit und Unterstützung der Proaktivität von Klientinnen angeleitet. Die Hauspflegerinnen führten die von der Case Managerin eingeleiteten Maßnahmen erfolgreich fort. Bei den Klientinnen zeigten sich signifikante Verbesserungen in Gedächtnis, Stimmung, IADL-Funktionen und Sozialverhalten, aber nicht in ADL-Funktionen und störendem Verhalten. Diese Verbesserungen wurden subjektiv von den Angehörigen (n=7) bestätigt. Zusätzlich empfanden Angehörige eine zeitliche aber keine psychische Entlastung. Mit diesem Projekt wurde gezeigt, dass ein zeitlich begrenztes klientenzentriertes Case Management kognitive, soziale und emotionale Funktionen von gerontopsychiatrisch Erkrankten verbessert, Angehörige zeitlich entlastet und dass Hauspflegerinnen bei entsprechender Anleitung die vom Case Management eingeleiteten Maßnahmen fortführen können. In Folgestudien mit größerem Umfang sollten diese Ergebnisse überprüft werden um dann zu entscheiden, ob dieser Ansatz geeignet ist, die ambulante gerontopsychiatrische Versorgung gemeindenah zu verbessern.This study evaluates the process and outcomes of a strengths-based case management project that was integrated into an existing care delivery system for community dwell-ing clients with gero-psychiatric problems. To this end, a psychiatric nurse case man-ager in a home care agency in Berlin, Germany, developed a professional relation-ships with gero-psychiatric clients, assessed and worked for 4-6 weeks with the cli-ents, provided care initially herself, coordinated (based on her experience) long term care services, provided training for these services, gradually ended the contact to the clients and continued to provide counseling for the long term services. Quantitative and qualitative methods were used for this project evaluation. Based on a modified form of the method grounded theory and in an iterative process, the case manager’s documentation and semi-structured interviews with the case manager were analyzed. Further, it was examined how the case manager supported the clients’ pro-activity and social-physical environment adaptation. With a quasi-experimental re-search design, and using a standardized test, the project’s impact on cognitive func-tion, activity of daily living (ADL), instrumental activities of daily living (IADL), mood and social and disruptive behavior was analyzed. Family caregivers’ perception of the projects’ impact was assessed with semi-structured interviews, and in an itera-tive process themes were identified. On average, the clients in the intervention group (n=11) received 23 hours of case management. In addition to the typical case management responsibilities (and based on clients’ habits, interests, and self-assessment), the case manager provided rehabili-tative care and supported the clients’ proactivity and social-physical environment ad-aptation. Further, the case manager individually trained paraprofessional home care workers in how to communicate with and how to support the proactivity of clients. The paraprofessional home care workers successfully continued the rehabilitative care initiated by the case manager. The clients in the intervention group improved signifi-cantly in cognitive functions, mood, IADL function and social behavior, but not in ADL functioning and disruptive behavior. Clients’ family caregivers (n=7) perceived similar improvements. In addition, family caregivers reported a reduction in the time spend caring for their relative but no relief of their emotional burden associated with the caregiving. This study revealed that a time limited, client centered case management approach improves cognitive, social and emotional functioning of clients with gero-psychiatric problems, reduces caregivers‘ time spent with their relative and demonstrated that trained paraprofessional home care workers are able continue the rehabilitative care initiated by the case manager. Future larger studies are needed to test the feasibility of this model for improving community services for community dwelling clients with gero-psychiatric problems.
URI: urn:nbn:de:hebis:34-2007012916894
Sammlung(en):Dissertationen

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