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KOBRA - Dokumentenserver der Universität Kassel  → Fachbereiche  → FB 06 / asl - Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung  → Fachgebiete Landschaftsarchitektur / Landschaftsplanung  → Landschaftsplanung / Landnutzung  → Dissertationen 

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http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis:34-2007071018906

Titel: Die Wirkungen von Extensivierungs- und Vertragsnaturschutzprogrammen auf die Entwicklung einer "gerade noch aktuellen Agrarlandschaft"
Sonstige Titel: Zu den Wirkungen der hessischen Programme HEKUL und HELP auf 16 landwirtschaftliche Betriebe und deren Grünlandvegetation
Autor(en): Leiner, Claas
Schlagworte (SWD): HessenExtensivierungGrünlandbetriebVertragsnaturschutzNaturschutzprogramm
Klassifikation (DDC): 580 - Pflanzen (Botanik) (Botanical sciences)630 - Landwirtschaft, Veterinärmedizin (Agriculture)710 - Landschaftsgestaltung, Raumplanung (Civic and landscape art)
Erscheinungsdatum: 10-Jul-2007
Zusammenfassung: Erfolgskontrollen für Agrarumweltprogramme bezogen sich bisher meistens auf einzelne Flächen oder auf programmbezogene, großräumige Evaluationen. Es wurde jedoch kaum untersucht, wie sich die Maßnahmen auf die Entwicklung einzelner Naturräume auswirken. Auch gab es keine Studien, welche die Wechselwirkungen zwischen den Beweggründen der Landnutzer auf der ei-nen- sowie Landnutzung und Vegetation auf der anderen Seite interpretierten. Die Dissertation Wirkungen von Extensivierungs- und Vertragsnaturschutzprogrammen auf die Entwick-lung einer »gerade noch aktuellen Agrarlandschaft« hat diese Lücke geschlossen. Sie erklärt, welche Bedeutung die hessischen Programme HELP und HEKUL für den hohen Anteil naturschutzfachlich wertvollen Grünlands im Rommeroder Hügel-land westlich des Meißner haben. Untersuchungsgegenstand waren die Grünlandvegetation und die landwirtschaftlichen Betriebe mit ihren Menschen und deren Beweggründen. Diese Inhalte er-forderten eine Vorgehensweise, die sowohl sozialwissenschaftliche als auch naturwissenschaftliche Methoden einbindet, um Bezüge zwischen Betrieben und Grünlandvegetation zu er-kennen. Umfangreiche pflanzensoziologische Untersuchungen und Interviews der Betriebsleiter waren Grundlage für eine Schlagdatenbank und weitergehende Auswertungen. Die Interpretation vegetationskundlicher Erhebungen im Kontext betrieblicher Entscheidungen und Beweggründe erforderte es, althergebrachte Ansätze in neuer Form zu verknüpfen. Die Bewertung der Programmwirkungen stützte sich auf die Schlagdatenbank und auf vier Szena-rien zur zukünftigen Gebietsentwicklung bei unterschiedlichen Programmfortschreibungen. Zur Darstellung von Erhebungen und Ergebnissen entstand eine Vielzahl thematischer Karten. Der überdurchschnittlich hohe Anteil naturschutzfachlich bedeutsamer Grünlandtypen auf den Programmflächen und die Interpretation der Szenarien belegten eine hohe Wirksamkeit von HELP und HEKUL im Gebiet. Nicht nur auf den Vertragsnaturschutzflächen des HELP, sondern auch auf dem HEKUL-Grünland sind naturschutzfachlich bedeutende Vegetationstypen überproportional vertreten. Die vier Szenarien ließen erkennen, dass eine Beschränkung des HELP auf Schutzgebiete, eine Abschaffung der HEKUL-Grünlandextensivierung oder gar eine ersatzlose Strei-chung beider Programme zu erheblichen Verschlechterungen der naturschutzfachlichen Situation führen würde. Gleichzeitig war festzustellen, dass es ohne die landwirtschaftlich schwierigen natur-räumlichen Verhältnisse sowie eine eher großteilige Agrarstruktur mit überdurchschnittlich flächen-starken und wirtschaftlich stabilen Vollerwerbsbetrieben keine so deutlichen Programmwirkungen gegeben hätte. Auch die Tatsache, dass viele Landwirte eine intensive Landwirtschaft aus innerer Überzeugung ablehnen und mit einer erheblich geringeren Stickstoffintensität wirtschaften als es HEKUL verlangt, wirkte verstärkend. Die große Bedeutung individueller Beweggründe einzelner Betriebsleiter wurde auch in den engen Beziehungen einzelner Grünland-Pflanzengesellschaften zu bestimmten Betriebstypen und sogar einzelnen Höfen sichtbar, deren Beschreibung und Interpretation wichtige Erkenntnisse zu den so-zioökonomischen Voraussetzungen verschiedener Vegetationstypen lieferte. Für die zukünftige Entwicklung der hessischen Agrarumweltförderung empfiehlt die Dissertation eine Einführung und bevorzugte Anwendung ergebnisorientierter Honorierungsverfahren, eine bessere Berücksichtigung des gering gedüngten Grünlands über eine differenzierte Förderung sehr extensiver Düngeregime, eine stärkere Modularisierung des Gesamtprogramms und eine Durchführung aller Maßnahmen im Vertragsverfahren. Die betriebszweigbezogene Grünlandextensivierung sollte zukünftig in Kulissen angeboten werden, in denen ein verstärktes Wechseln von Betrieben in die Mindestpflege nach DirektZahlVerpflV zu erwarten ist.Effects of agro-environmental programmes on agricultural landscapes are analysed and program-me improvements for the German state of Hesse are proposed. For this purpose a landscape of distinct character was selected that is located in the highlands east of the city of Kassel, the “Rammeroder Hügelland”. This region of about 8 km2 has a relatively high percentage of dairy farms that are operating with low intensity, thus maintaining grasslands of high nature and amenity value. While previous evaluations of agro-environmental programmes have either measured their effects on individual fields, or attempted to monitor their implementation for large regions, this stu-dy provides an integrated assessment of the success of programme implementation at meso-scale. It is based not only on biological parameters, but also on land use indicators and, most im-portantly, on interviews with the farmers of that region. The focus is mainly on species rich grasslands. Their vegetation was analysed by using standard phyto-sociological methods that were specifically adapted to the needs of this study. Open questi-on interview methods were used to generate detailed information on land management. Analysis of landscape history was performed by multi-temporal map overlay and interpretation of archival in-formation. All data were compiled into a GIS and data base that has individual lots and farm pro-perties as the smallest geographical entities. Many lots are smaller than one hectare. All data were statistically correlated and results were evaluated on the background of information that had been collected on the economic and family situation of the farmers. This includes information on the mo-tivation on why farmers choose to manage their land as they did. Four potential agro-environmental programme scenarios were created, considering particular con-ditions in the State of Hesse. Effects of these scenarios were assessed, first on farming practise, and ultimately on landscape character and the composition on grasslands vegetation in the “Ram-meroder Hügelland”. Comparing effects of these scenarios with each other, and also with the cur-rent situation in the study region, revealed a high affectivity of the Hesse programmes. High per-centages of species rich and regionally typical grassland vegetation exists where ever programmes have been adopted by the farmers. The area of these grasslands would be much reduced if pro-gramme application were to be limited to nature reserves and other sites of special interests. They would most probably cease to exist if the programmes were stopped. At the same time the analysis revealed two additional aspects. The natural environment of the highlands provides farming condi-tions where programme adoption is effective for most farmers. Another important aspect is the fact that, considering highland conditions, the farms of the study region are relatively large and busi-nesses are economically and socially stable. Most farmers are also convinced that low intensity farming is a good thing and it is this they choose to do. Remarkable correlations were revealed between decisions of individual farmers on the one hand, and special composition on grassland plots on the other hand. Vegetation types and individual farms are closely linked, and these links again are closely related to socio-economic details. Recommendations are given for future programme applications. These include payments to far-mers that depend on environmental values they produce on individual plots. Low intensity mana-ging should be specially honoured. Programmes should be designed as modules, and individual modules should be considered in every contract. Parts of programmes should be designed to spe-cific farming branches and direct payments offered.
URI: urn:nbn:de:hebis:34-2007071018906
Sammlung(en):Dissertationen

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