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KOBRA - Dokumentenserver der Universität Kassel  → [Dokumente aus aufgelösten Einrichtungen]  → Sozialwissenschaften, Soziologie 

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Titel: Ursprung, Entwicklung und Funktion von NGOs im zeitgenössischen Liberalismus - am Beispiel der BRD und Brasilien
Autor(en): Körbel, Sven
Schlagworte (SWD): DeutschlandBrasilienNichtstaatliche Organisation
Klassifikation (DDC): 300 - Sozialwissenschaften, Soziologie (Social sciences)
Issue Date: 30-Mar-2009
Zusammenfassung: NGOs werden von einem idealtypischen, perfektionistischen, Homogenität vermittelnden Schleier umgeben, der es schwer macht, die eigentlichen definitorischen Strukturen des NGO-Begriffs zu erfassen. In meiner Dissertation konnte ich dieses in der allgemeinen Öffentlichkeit vorherrschende Image beiseite schieben und erlangte somit einen Blick auf die eigentlichen Strukturen der NGOs. Im weiteren Verlauf versuchte ich die Verortung der NGOs in der Gesellschaft zu lokalisieren. Dies stellte sich sowohl im theoretischen als auch im empirischen Teil, in dem ich Interviews ausgewertet habe, die ich zuvor mit Experten verschiedenster deutscher und brasilianischer NGOs durchführte, als äußerst schwieriges Unterfangen dar. Dies lag zum einem daran, dass abseits der von der UN 1996 aufgestellten NGO-Kriterien keine allgemeingültigen, obligatorisch normativen NGO Definitionen existieren und zum anderen, dass die NGOs und deren Arbeitsfelder so heterogen sind, dass es nahezu unmöglich ist, Definitionskriterien aufzustellen, die allen NGOs gerecht werden könnten. NGOs erbringen einen wichtigen Beitrag zur Interessenvertretung sowie zum Zusammenschluss von Benachteiligten, damit diese ihre (Bürger-) Rechte wahrnehmen und gemeinsam Veränderungen bewirken können. Anhand von Kompetenzaufbau, Ermittlung der Ursachen der Ausgrenzung und deren Beseitigung wird versucht, die Veränderungen aktiv zu gestalten. NGOs fördern somit die Selbstorganisation und bündeln die Belange der Betroffenen. Festzuhalten ist, dass die NGOs ein immens wichtiges Element in der Zivilgesellschaft darstellen. Sie sind Ausdruck des politischen, sozialen und solidarischen Wollens von Menschen, die an der Gemeinschaft teilhaben, ihre Rechte geltend machen und den Istzustand des Systems nicht mehr einfach ohne Gegenwehr hinnehmen wollen. Das zivilgesellschaftliche Engagement ist, so zeigt die wachsende Bedeutung von NGOs, ungebrochen stark. Aber es ist aufgrund seiner großen Vielfalt weder begrifflich noch organisatorisch auf einen einzigen Nenner zu bringen. Das ist offenbar die Stärke eines zivilgesellschaftlichen Engagements, das die Schwächen eines gesellschaftlichen Systems aufnimmt: Staat und Markt sind nicht die einzigen Akteure, von denen gesellschaftlicher Wandel und sozialer Friede zugleich begünstigt werden können.NGOs are surrounded by an ideal type, perfectionist, and homogeneity moderating fog, which makes capturing the proper definitional structures of the NGO-term difficult. In my dissertation I was able to put the ruling image of the common public aside and I formed a view of the NGOs’ actual structures. In the following process I attempted to identify the place of NGOs in society. Both the theoretic and the empiric part, in which I evaluated in my Interviews which I performed with experts from different German and Brazilian NGOs, have turned out to be a hard venture to manage. On the one hand one reason is that, apart from NGO criteria which were established by the UN 1996, there are no universal, obligatory normative NGO definitions. On the other hand the NGOs and their sphere of actions are so heterogeneous, that it was almost impossible to set up definition criteria which satisfy every NGO. NGOs make important contributions to lobbying as well as to the union of socially disadvantaged so that they acknowledge their (civil-) rights and bring about changes mutually. By building up competence, determining causes of social marginalization and their abolishment they try to arrange changes actively. Consequently NGOs encourage the self-organization and bunch the interests of the affected. Therefore it is important to bear in mind the immense importance of NGOs in civil society. They are an expression of political, social and solidary will of people, who participate in the community, exercise their rights and do not accept the status quo of the system anymore without any resistance. The civil engagement is undoubtedly strong, which is shown by the increasing relevance of NGOs. However, as a result of great variety it is neither conceptual nor organizational reducible to a common denominator. Obviously this is the strength of civil engagement, which absorbs weaknesses from a corporative system: It is not only the state and the market who benefit social change and peace but also the NGOs.
URI: urn:nbn:de:hebis:34-2009033026777
Bemerkungen: Anhang (179 Seiten, 6 Interviews) nur in der Druckversion vorhanden.
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