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KOBRA - Dokumentenserver der Universität Kassel  → Fachbereiche  → FB 05 / Gesellschaftswissenschaften  → Fachgruppe Soziologie  → Soziologie der Entwicklungsländer  → Dissertationen 

Please use this identifier to cite or link to this item: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis:34-2009090229926

Title: Nachhaltige Energie für ländliche Entwicklung in dem Sub-Sahara Afrika: interdisziplinäre Herangehensweise und organisatorische Herausforderung
Other Titles: Energies durables pour le développement rural en Afrique subsaharienne: approche interdisciplinaire et défi organisationnel
Authors: Djuikom, Marthe
???metadata.dc.subject.swd???: KamerunGambiaRegionalentwicklungEnergieversorgungNachhaltigkeit
???metadata.dc.subject.ddc???: 300 - Sozialwissenschaften, Soziologie (Social sciences)
Issue Date: 2-Sep-2009
Abstract: Angesichts der Geschichte der Entwicklungspolitik, ist diese Arbeit darauf ausgerichtet, einige Beobachtungen in Bezug auf die so genannte Entwicklung hervorzuheben; insbesondere auf die andauernde prekäre Situation und Armut in ländlichen afrikanischen Gebieten. Armut ist nach Amartya SEN – weiter präzisiert von J.L. Dubois – die Deprivation von „Fähigkeiten“, die Individuen und lokale Gemeinschaften zu ausgeschlossenen und vergessenen Akteuren des Systems machen. Das nennt Paulo Freire, das Menschen zu „Objekten“ gemacht werden. Es rechtfertigt die starke Annahme, die in dieser Studie getroffen wird, dass vielmehr die Menschen als „Subjekte“ ihrer Veränderung und Entwicklung im Mittelpunkt stehen. Die Arbeit zeigt und erklärt in historischer Chronologie, wie die Entwicklungspolitiken und unterschiedliche Beteiligte auf allen Ebenen diese Situation verursachen. Trotz alledem bleiben die Individuen und lokalen Gemeinschaften, die in Symbiose mit ihrer natürlichen Umwelt leben, die reich an verschiedenen Ressourcen und Potentialen ist, als Reaktion darauf und gleichzeitig als Überlebensstrategie zutiefst verbunden mit dem, was sie vor Ort haben, womit sie eine tiefere und intensive Beziehung besitzen, wenn man von ihrer Geschichte, ihrer Kultur und der Handlungslogik ausgeht. Für externe Akteure, die sie über das vorhandene System dominieren und beeinflussen bleiben sie „Objekte“, aber in der Vielzahl ihrer endogenen Initiativen, zeigen sie die Fähigkeit und Substanz, die beweisen, dass sie auf ihrer Ebene das eigentliche Subjekt sind, die dynamischen Akteure. Aber isolierte Initiativen auf spezifische reale Bedürfnisse bei gleichzeitiger Dominierung durch das System mit seiner Marktlogik, führt dies langfristig nur zu dem Zirkulus Vitiosus der Armut. Daher ist eine ganzheitliche Sicht entscheidend für nachhaltige Entwicklung und für die notwendige Veränderung. Es geht nicht nur um die Veränderung des Systems und die Wahl politischer Maßnahmen, sondern genau genommen um das Verhalten der Akteure auf allen Ebenen und die Art der Beziehungen zwischen ihnen allen. Es ist eine Frage des erneuten Überdenkens des Entwicklungspfades, der andere Logik, Visionen, Interessen und Strategien aller Beteiligten, unserer so genannten Akteure einschließt. Ob dies von endogenen Initiativen oder neuen gemeinsamen Projekten ausgeht: man wird in einen Prozess kollektiven Lernens eintreten, den Paul Singer und Clarita Müller-Plantenberg erläutern und entwickeln in dem Konzept der Inkubation und Solidarischen Ökonomie, die Eigeninitiative, Selbstbestimmung und Selbstverwaltung von lokalen Gemeinschaften und die Öffnung für eine Neu-Konzeptualisierung und Institutionalisierung einschließt. So ein Prozess ist nur mit einem interdisziplinären Rahmen möglich. Dieser Rahmen soll auf einer zusätzlicher Kommunikation zwischen den Akteuren und Sozialwissenschaften beruhen und mit jenen, die auf dem Feld der Technologie arbeiten. So können dann technische „Experten“ angesichts eines technischen Projektfehlers, der aufgrund von bestimmten sozialen und kulturellen Realitäten zustande kam sagen, „es ist kein Scheitern ; es war ein Schritt innerhalb eines Lernprozesse der in die technischen Projekte und Studien einbezogen werden muss“. Wir haben das Energiethema gewählt; und insbesondere, Energie für eine nachhaltige ländliche Entwicklung in Subsahara-Afrika, um den Weg von der Theorie in die Praxis zu illustrieren und experimentell auszuprobieren, den Weg von den Beobachtungen zu der Veränderung, wobei Fragen, Annahmen, Strategien und konkrete Aktionen für den Wandel behandelt werden. Wir nennen unseren experimentellen Weg: DRIEE, das heißt auf Deutsch Ländliche Entwicklung und Inkubation von Energieunternehmen. Dabei gehen wir davon aus, dass: - Energie im Allgemeinen auf der internationalen Ebene fast gleichbedeutend mit Elektrizität ist. Heute bestehen die wichtigsten Bedürfnisse nach Energie dort wo die agro-pastorale Produktion, das Kochen, die Nahrungsmittelkonservierung und Verarbeitung …etc. stattfindet. - Diese ländliche Bevölkerung zu etwa 80% der nationalen Wirtschaft ausmacht. Dass sie gleichzeitig aber nur zu weniger als 5% der Energieproduktion Zugang hat, was oft auf Licht reduziert ist und nicht einmal ihrer Produktion zugute kommen kann. - Die Projekte für Energie und Elektrizität vor allem auf die Technologischen Fragen konzentriert sind und weniger auf die Bedürfnisse. Fast die Gesamtheit der Fonds für Energie wird in Bezug auf die Investitionen Infrastruktur der Produktion und Verteilung durch die konventionellen zentralisierten Netze geplant. Angesichts dieser Analysen gehen die in dieser Arbeit vorgenommenen Studien in Gambia und Kamerun von Bestandsaufnahmen und / oder beschreibenden regionalen Analysen aus: - von Bedürfnissen, von Praktiken und lokalen Initiativen von Fragen der Energie, für einzelne Professionen, Haushalte, Gruppen, spezifische Gruppen, wie Frauen, ländliche Gemeinden mit ihren spezifischen Charakteristika. - Von Potentialen: natürliche lokale Energieressourcen, soziokulturelle Ressourcen – so z.B. die empirisch feststellbaren menschliche Ressourcen wie endogenes Wissen und praktische organisatorische Fähigkeiten gegenüber den Problemen der Energie. Dieser experimentelle Schritt von Handlungsforschung (DRIEE) in Kamerun führte zu der Gründung einer Organisation, über die und mit der wir die Logik der Inkubation und Solidarischen Ökonomie einführen. Das ist FERDEDSI, das heißt auf Deutsch „Forum für Erneuerbare Energie – Nachhaltige Entwicklung und Internationale Solidarität“. Zunächst war dies eine Energiegenossenschaft und dann (im Prozess) wurde es zu einer institutionellen Nische von mehreren Mikro Initiativen in ländlichen Gebieten. FERDEDSI ist ein Prozess der Inkubation und ein Inkubator ist also gleichzeitig ein inkubiertes Energieunternehmen aber auch ein Inkubator für lokale Organisationen. Die ersten Aktionen finden in den Departments von Noun und Ménoua in der westlichen Provinz von Kamerun statt. Während der Forschungsperiode findet akademische Austausch statt (Nord-Süd und Süd-Süd), diese ist dabei zu formalen Partnerschaften zu werden, nicht nur zwischen Universitäten sondern genauer lokale Organisationen und Universitäten. Dieser letzte Typ von Partnerschaften, die die solidarische Ökonomie ausmachen ist auch eine Innovation des Prozesses für die afrikanischen Fälle, die dem Beispiel dessen, was in Lateinamerika geschieht, folgen. So kommt es zu gegenseitiger sinnvoller Ausbildung in den internationalen Arbeitsgruppen und Seminaren der Universität.Considering the historical path of development policies, this work aims at drawing attention on a certain number of observations on the so called development field ; particularly the perpetuation of precariousness and poverty in African rural areas. The poverty in the sense of Amartya SEN, clarified by J.L Dubois, supposes a deprivation of "capabilities" which transforms individuals and local communities as the excluded and forgotten actors of systems. This is what Paulo Freire calls "objects". This is what justifies the strong assumption of this current research, which centralizes on human beings, rather like "subjects" of their transformation and development. This study then indexes, shows and explains in a historical chronological way, how the policies of development and the behaviour of various stakeholders on all the levels cause this situation. Despite all that, individuals and local communities living in symbiosis with their natural environment, rich in various resources and potentials, remain attached to what they have the deeper, intrinsic, relations to what concerns their history, their culture. This explains their logic of action as reaction and strategies of life and survival. For external actors that dominate and influence them through the systems, they remain "objects". However, in their many endogenous initiatives, local communities show the capacities, which prove that, on their own level; they are real subject and dynamic actors. Nevertheless carrying initiatives in an isolated way to answer specific real needs and facing systems domination and its market logic, shall, in the long term, only lead to the vicious circle of poverty and misery. A holistic vision is essential for sustainable development. Therefore, there is a need for change. Not only the change of system and policies choice, but more especially the actors behaviours at all levels and the types of relation between all of them. It is a question of reconsidering the development path, which shall integrate logics, visions, interests and strategies of all the stakeholders, our so-called actors. Whether it starts from the endogenous initiatives or new joint projects, one will be engaged in a process of collective learning that Paul Singer and Clarita Müller-Plantenberg clarify and develop in the concepts of incubation and solidarity economy, which allow self-mobilization, self-determination and self-management of local communities and opening way for re-conceptualization and institutionalisation. Such a process is possible only with an interdisciplinary framework... This framework shall be based on open and complementary communication between actors of social sciences and those of the technical and technological fields. So when faced with a technical project failure, because of sociological and cultural realities, the technical “experts” could say as Prof J.Schmid: “it is not a failure; it was a step of a learning process to be integrated in technical / technological projects studies and implementation.” We choose the topic of energy, and specifically, energy for sustainable rural development in sub-Saharan Africa to experiment and analyse such process, from theory to practice, from observations to change, while passing by questioning, assumptions, strategies and concrete actions for change. We call our experimental path DRIEE meaning in English Rural Development and Incubation of Energy Enterprises. We start from the fact and observations that : - Energy in general at the international level is almost assimilated to electricity. By this time in sub-Saharan Africa, the first energy needs are those for agro-pastoral production, cooking, food conservation and processing … etc. - In this part of Africa, rural population which carries the national economies to nearly 80% has access to less than 5% of this electricity, often reduced to lighting and not integrated in the activities of production. - Moreover, the projects of access to energy/electricity concentrate on technologies rather than on the needs, almost the totality of the funds for energy being planned in terms of investment in the infrastructure of production and distribution by the conventional/centralized grid. This process integrates field observations, the inventories and descriptive analyses from the Gambia and Cameroonian regional cases of : - people energy needs, practices and local initiatives related to energy concerns, for socio-professional individuals, households, groups, specific groups like the women, rural communities with very their components, - Potentials : of natural local energy sources, of socio-cultural resources like human endogenous knowledge and practical organisational capacities vis-à-vis the problems of energy. This experimental step of research-action (DRIEE) in Cameroon, led to the creation of an organization with which and into which we introduce and test the logic of incubation and solidarity economy. That is FERDEDSI; meaning in English "Renewable Energy Forum – Sustainable Development and International Solidarity". Originally like an energy cooperative and then like an institutional niche of several micro initiatives in rural areas, FERDEDSI process of incubation and incubator is thus at the same time an incubated energy enterprise and also an incubator for local organizations. The first actions are in the departments of Noun and Ménoua in the western region of Cameroon. Inter-academic exchanges (North-South and South-South) during the period of research shall become formal partnerships, not only between universities, but more especially with local organizations and universities. This new type of partnership that characterizes solidarity economy is also an innovation of the process for the African cases. We learn from Latin America cases through universities international training, working group’s exchanges and seminars.
URI: urn:nbn:de:hebis:34-2009090229926
???metadata.dc.description.everything???: Die Seiten 179 und 181 fehlen in der Zählung.
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