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KOBRA - Dokumentenserver der Universität Kassel  → Fachbereiche  → FB 06 / asl - Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung  → Fachgebiete Stadt- und Regionalplanung  → Empirische Planungsforschung  → Stadt- und Regionalsoziologie  → Dissertationen 

Please use this identifier to cite or link to this item: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis:34-2009092430300

Title: Biohöfe als Ausgangspunkte informeller Lernprozesse
Other Titles: Eine explorative Studie über die Zusammenhänge zwischen dem Handeln von ökologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieben und nachhaltigen Lebensstilen und Wirtschaftsweisen im Hofumfeld
Authors: Boeckmann, Tina
???metadata.dc.subject.swd???: Biologische LandwirtschaftInformelles Lernen
???metadata.dc.subject.ddc???: 300 - Sozialwissenschaften, Soziologie (Social sciences)
Issue Date: 24-Sep-2009
Abstract: Die Arbeit befasst sich mit der Frage nach dem Einfluss von Biohöfen auf die Menschen, die in ihrem Umfeld leben. Sie bietet Einblicke in die Zusammenhänge, in denen Nachbarn, Kollegen, Freunde oder Kunden einen Biohof gezielt oder eher zufällig nutzen, um hier informell Erfahrungen zu sammeln, die zu nachhaltigen Lebennstilen und Wirtschaftsweisen beitragen können. Im Rahmen von sechs Fallstudien wurden hierfür ökologisch wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe in Brandenburg im Hinblick auf die informelle Vermittlung von Wissen und Erfahrungen qualitativ untersucht. Mit Hilfe der Grounded Theory wird die Entstehung von informellen Lernprozessen im sozialen Umfeld der Höfe rekonstruiert. Neben dem empirischen Ausgangsmaterial erwiesen sich die handlungstheoretischen Konstrukte Lebenswelt, Habitus, Lebensstil und Lebensführung als hilfreicher Interpretationshintergrund. Mit diesen theoretischen Ansätzen werden die soziokulturellen Einflussfaktoren für Erfahren, Lernen und Vermitteln betont. Informelles Lernen wird so als ein sozial eingebetteter Prozess verstanden. Aus dieser, weniger subjektorientierten Perspektive treten dann Faktoren wie z.B. die Atmosphäre der Beziehung zwischen einer Person und dem Biohof, die sinnliche Wahrnehmung und die Art der Kommunikation in das Blickfeld der Analyse. In der Untersuchung wird eine Vielzahl von Verhaltensänderungen, Denkanstößen und Anregungen benannt, die im Zusammenhang mit den untersuchten Biohöfen geschildert wurden und die im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung als förderlich eingeschätzt werden. Sie basieren, so der Ansatz der Arbeit, auf informellen Lernprozessen. Das zentrale Ergebnis der Fallanalysen ist eine strukturierte Zusammenstellung der im Untersuchungskontext relevanten Einflussfaktoren für erfolgreiches informelles Lernen. Als wesentliche erscheinen hierbei insbesondere zwei Variablen: zum einen hat sich das „wohlwollende Interesse“ als förderlich für das Zustandekommen und den Verlauf von informellen Lernprozessen herausgestellt. Mit diesem Begriff wird eine Einstellung dem Biohof gegenüber beschrieben, die ein Wohlgesonnensein, das Vertrauen und die Neugierde am Hof beinhaltet. Zum anderen scheint die „Erlebbarkeit“ der Angebote zur Wissensvermittlung für das informelle, habitus- und lebensstilbezogene Lernen bedeutsam zu sein. Ergänzend zu dem auf die lernenden Subjekte gerichteten Fokus wurden in der Forschungsarbeit auch Beweggründe der Betriebsleiter, für die jeweils praktizierte Wissens- und Erfahrungsvermittlung herausgearbeitet. Die Betrachtung wird durch die Zusammenstellung von Schwierigkeiten und Hindernissen abgerundet, die dem informellen Lernen vom Biohof entgegen stehen können. Ausgehend von den fallbezogenen Ergebnissen liefert die Arbeit damit eine Grundlage, um über die Bedeutung von Lernfeldern, die durch Biolandwirte, aber auch andere Akteursgruppen bereit gestellt werden, nachzudenken und um ihre gesellschaftliche Relevanz zu diskutieren.An exploratory study concerning the ways in which the activities of organically operated farms influence the adoption of sustainable economic forms and lifestyles in their vicinity. This thesis investigates the effects that organic farms have on those living near them, offering a perspective on ways in which informal experiences that neighbors, colleagues, friends and customers have had at organic farms may contribute towards their adopting more sustainable economic practices and lifestyles. Based upon case studies conducted at six organic farms in Brandenburg, Germany, the thesis presents a qualitative examination of their role in the informal dissemination of knowledge and experience. Grounded Theory is used to sketch out the emergence of informal learning processes taking place on the organic farms studied, and concepts from Action Theory, such as lifeworld, habitus, and lifestyle are employed in the interpretation and analysis of the empirical data collected. This theoretical framework contributes towards understanding of the socio-cultural factors that affect experience, learning, and the dissemination of knowledge. With the understanding that informal learning is not so much a subjectively oriented but rather a socially achieved process, other factors, such as the ‘chemistry’ of the relationship between an organic farm and its users, varieties of sensual perception, and forms of communication, come into focus. The study identifies a number of stimuli, thought-provoking incidents, and changes in modes of conduct that were reported at the organic farms and which have been evaluated as being supportive of sustainable development. These phenomena are, from the perspective of this thesis, all based on informal learning processes. The main result of the case studies is a structured overview of context-relevant factors that can influence successful, informal learning processes. Two variables from the cases considered here are especially noteworthy. On the one hand, a combination of sympathy for and interest in the organic farm – including a positive image of, trust in, support for the ideals of and curiosity about the farm – turned out to be supportive of the initiation and continuance of informal learning processes. On the other hand, it also seems important that knowledge-transfer opportunities for informal habitus- and lifestyle-related learning need to be seen as a personal experience for the learner. Supplementing the focus on the learner, the study also presents motivations that farm managers reported for passing on their knowledge and experience to others. A summary of the difficulties and obstacles that can stand in the way of such forms of learning from organic farms rounds out the investigation. Based upon the results of the case studies, the thesis lays a foundation for thinking about the importance of ‘learning fields’ provided by organic farmers – but also potentially created by other groups of actors as well – and for discussing their relevance in society.
URI: urn:nbn:de:hebis:34-2009092430300
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