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KOBRA - Dokumentenserver der Universität Kassel  → Fachbereiche  → FB 01 / Humanwissenschaften  → Institut für Erziehungswissenschaft  → Empirische Schul- und Unterrichtsforschung  → Dissertationen 

Please use this identifier to cite or link to this item: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis:34-2011102139419

Title: Elterliche Geschlechtsstereotype und deren Einfluss auf das mathematische Selbstkonzept von Grundschulkindern
Authors: Mösko, Emely
???metadata.dc.subject.swd???: GrundschulkindSelbstbildMathematikunterrichtGeschlechtsunterschiedElternverhalten
???metadata.dc.subject.ddc???: 150 - Psychologie (Psychology)370 - Erziehung, Schul- und Bildungswesen (Education)
Issue Date: 21-Oct-2011
Abstract: Ausgangspunkt dieser Dissertation ist die Überlegung, warum Mädchen und Frauen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern und Berufen unterrepräsentiert sind. Irrtümlicherweise werden als Erklärung hierfür häufig Geschlechterdifferenzen in der Mathematikleistung herangezogen. Diese bieten jedoch aufgrund nicht einheitlicher Forschungsbefunde keinen zufriedenstellenden Erklärungsansatz. Naheliegender ist es, das mangelnde Selbstvertrauen von Mädchen in Mathematik (als mathematisches Selbstkonzept bezeichnet) als Ursache heranzuziehen, denn verschiedene Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Mädchen, auch bei vergleichbarer Leistung, ein geringeres mathematisches Selbstkonzept aufweisen als Jungen (Dickhäuser & Stiensmeier-Pelster, 2003; Frome & Eccles, 1998; Rustemeyer & Jubel, 1996; Skaalvik & Skaalvik, 2004). Die Rolle der Eltern als primäre Sozialisationsinstanz wird als bedeutsamer Einflussfaktor auf das mathematische Selbstkonzept von Kindern beschrieben. Besonders für den Bereich Mathematik besteht die Gefahr, dass Eltern durch geschlechtsstereotype Einstellungen und Erwartungen ihre Tochter ungünstig beeinflussen (Jacobs, 1991; Tiedemann, 2000). In dieser Arbeit wird untersucht, inwiefern Eltern Geschlechtsstereotype zuungunsten der Mädchen in Mathematik äußern und inwiefern sich diese – schon zur Grundschulzeit – in den elterlichen Einschätzungen (elterliche Leistungs- und Fähigkeitseinschätzungen sowie elterliche Ursachenerklärungen) des eigenen Kindes widerspiegeln. Es wird angenommen, dass Mädchen entsprechend dem klassischen Geschlechtsstereotyp weniger talentiert und weniger leistungsstark in Mathematik eingeschätzt werden als Jungen. Für die Einschätzungen des eigenen Kindes wird erwartet, dass diese geschlechtsspezifische Verzerrungen zuungunsten der Mädchen aufweisen. Anhand von Pfadmodellen wird in dieser Arbeit der Einfluss elterlicher Geschlechtsstereotype und Einschätzungen, unter Kontrolle der vorangegangenen Mathematikleistung und des vorangegangenen mathematischen Selbstkonzeptes des Kindes, auf das aktuelle mathematische Selbstkonzept des Kindes am Ende des dritten Schuljahres analysiert. Als Grundlage dienen Daten von circa 900 Schülern und 400 Eltern aus dem Projekt Persönlichkeits- und Lernentwicklung von Grundschulkindern (PERLE). Die Befunde der vorliegenden Arbeit können bisherige Forschungsbefunde aus dem Sekundarbereich für den Grundschulbereich replizieren und weitere erstmalige Befunde ergänzen. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass knapp zwei Drittel der Eltern Geschlechtsstereotype zuungunsten der Mädchen in Mathematik äußern. Die Pfadanalysen ergeben, dass nicht das Geschlecht des Kindes, sondern Wechselwirkungen zwischen Geschlecht und elterlichen Geschlechtsstereotypen die elterlichen Einschätzungen des eigenen Kindes beeinflussen. Wenn Eltern Geschlechtsstereotype vertreten, schätzen sie eine Tochter ungünstiger ein als einen Sohn (unabhängig von der tatsächlichen Mathematikleistung des Kindes). Die elterlichen Einschätzungen haben wiederum einen signifikanten Einfluss auf das mathematische Selbstkonzept des Kindes. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden abschließend diskutiert und Ansätze für Interventionen aufgezeigt.Why are girls and women underrepresented in mathematics and science? Gender differences in mathematical performance are often offered as a rationale for this fact. However, research on this assumption led to rather inconsistent results. Therefore, differences in performance can not be used as a satisfactory explanation. It seems to be more obvious to consider girls’ lack of self-confidence (so called mathematical self-concept) as a reason. Several studies came to the conclusion that girls show a lower mathematical self-concept than boys even if their actual performance is about the same (Dickhäuser & Stiensmeier-Pelster, 2003; Frome & Eccles, 1998; Rustemeyer & Jubel, 1996; Skaalvik & Skaalvik, 2004). Parents, as primary socializers have an important influence on the child’s mathematical self-concept. Especially in mathematics, there is a great danger that girls are influenced in a negative way by their parents’ gender stereotyped beliefs and expectations towards them (Jacobs, 1991; Tiedemann, 2000). In this Ph.D. Thesis, it is analysed, if parents hold gender stereotypes to the disadvantage of girls in mathematics and if those are reflected in their perceptions (parental performance perceptions, parental ability perceptions, parental attributions) of the own child during primary school already. It is assumed that compared to boys girls are – according to the classical gender stereotype – considered less talented and lower achieving in mathematics by their parents. With regard to the parental perceptions of the own child, it is expected that these are gender specific biased to the disadvantage of girls. Influences of parental gender stereotypes and perceptions on the children’s actual mathematical self-concept at the end of third grade (controlled by the previous math performance and the previous mathematical self-concept) are investigated through path analysis. The sample, derived from the project Persönlichkeits- und Lernentwicklung von Grundschulkindern (PERLE), consists of approximately 900 students and 400 parents. Based on the results of this Ph.D. Thesis, previous research findings for secondary schools can be replicated for primary schools. Also further results can be added. In summary, it can be concluded that almost two thirds of the parents hold gender stereotypes to the disadvantage of girls in mathematics. Path analysis showed that not the gender itself, but the interaction of gender and gender stereotypes led to a biased parental perception of their own child. That means, if holding gender stereotypes, parents perceive a daughter less favourable than a son (irrespective of the child’s actual mathematical performance). The parental perceptions of their own child influence in turn the child’s mathematical self-concept. The findings of this Ph.D. Thesis are discussed and approaches for practical interventions are summarized.
URI: urn:nbn:de:hebis:34-2011102139419
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