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KOBRA - Dokumentenserver der Universität Kassel  → Fachbereiche  → FB 11 / Ökologische Agrarwissenschaften  → Boden- und Pflanzenbauwissenschaften  → Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz  → Dissertationen 

Please use this identifier to cite or link to this item: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis:34-2012072341484

Title: Einfluss der Flächenwahl, Anbaudichte und Landschaftsstruktur auf den Befallsstatus und die Ausbreitung der Möhrenfliege Psila rosae F. (Diptera: Psilidae) im ökologischen Möhrenanbau
Authors: Herrmann, Farina
???metadata.dc.subject.swd???: KarotteMöhrenfliegePräventionBiologischer Landbau
???metadata.dc.subject.ddc???: 630 - Landwirtschaft, Veterinärmedizin (Agriculture)
Issue Date: 23-Jul-2012
Abstract: Durch die vermehrte Nachfrage von Biomöhren im Lebensmitteleinzelhandel ist die Anbaufläche ökologisch erzeugter Möhren in den letzten zehn Jahren deutlich angestiegen. Der Anbau konzentriert sich auf bestimmte Regionen und erfolgte damit zunehmend auf großen Schlägen in enger räumlicher und zeitlicher Abfolge. Mit der steigenden Wirtspflanzenpräsenz steigt auch der Befallsdruck durch die Möhrenfliege. Während der Schädling im konventionellen Anbau mit Insektiziden kontrolliert wird, stehen dem Ökologischen Landbau bisher keine direkten Regulative zur Verfügung. Ziel der Untersuchungen war es, unter den Praxisbedingungen des ökologischen Möhrenanbaus einzelbetriebliche und überregionale Muster beteiligter Risikofaktoren im Befallsgeschehen zu identifizieren und so Möglichkeiten einer verbesserten Prävention und Regulation aufzuzeigen. Über einen Zeitraum von drei Jahren wurden auf fünf Betrieben in Niedersachsen und Hessen umfangreiche Felddaten erhoben und diese unter Verwendung von GIS – Software und dem Simulationsmodell SWAT analysiert. Untersuchte Einflussgrößen umfassten (1) die Distanz zu vorjährigen Möhrenfeldern, (2) die zeitliche Möhrenanbauperiode, (3) Vegetationselemente und (4) der experimentelle Einsatz von Fangpflanzen zur Unterdrückung der Fliegenentwicklung. Unter der Berücksichtigung deutlicher einzelbetrieblicher Unterschiede sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie wie folgt zu benennen: (1) Auf Betrieben mit Befall im zurückliegenden Anbaujahr zeigte sich die Distanz zu vorjährigen Möhrenfeldern als der wichtigste Risikofaktor. Das Ausbreitungsverhalten der 1. Generation Möhrenfliege erwies sich zudem als situationsgebunden anpassungsfähig. Fliegensumme und Befall waren jeweils in dem zu Vorjahresflächen nächstgelegen Feld am größten, während jeweils dahinter liegende Möhrenschläge entsprechend weniger Fliegenzahlen und Befall auswiesen. Aus den Ergebnissen wird als vorrangige Verbreitungskapazität der 1. Generation Möhrenfliegen innerhalb von 1000 m abgeleitet. (2) Betriebe mit kontinuierlicher Möhren - Anbaubauperiode (ca. April – Oktober), die langfristig die Entwicklung sowohl der 1. als auch der 2. Generation Fliegen unterstützten, verzeichneten stärkere Fliegenprobleme. Hinsichtlich einer verbesserten Prävention wird empfohlen mit einer strikten räumlichen Trennung früher und später Sätze ein Aufschaukeln zwischen den Generationen zu vermeiden. (3) Der Einfluss der Vegetation ließ sich weniger eindeutig interpretieren. Einzelbetriebliche Hinweise, dass Kleingehölze (Hecken und Bäume) im Radius zwischen aktueller und vorjähriger Möhrenfläche die Befallswahrscheinlichkeit erhöhen, konnten mit einem berechneten Gesamtmaß für die regionale holzige Vegetation nicht bestätigt werden. Der großräumigen holzigen Vegetation wird im Vergleich zur Feldrandvegetation daher beim Befallsgeschehen eine geringe Bedeutung zugeschrieben. (4) Drei Meter (vier Dämme) breiter Möhren – Fangstreifen auf den vorjährigen Möhrenfeldern eignen sich bereits ab dem Keimblattstadium, um erhebliches Befallspotential zu binden. Eine mechanische Entfernung der Fangpflanzen (Grubbern) mitsamt dem Befallspotential erzielte in 2008 eine 100 %-ige Unterdrückung der Möhrenfliegenentwicklung, in 2009 jedoch nur zu maximal 41 %. Als mögliche Synthese der Ergebnisse zur Ausbreitung der Möhrenfliegen im Frühjahr und zur zeitlichen Koinzidenz mit der Möhrenentwicklung wird als Empfehlung diskutiert, mit Hilfe einer angepassten Flächenwahl die Fliegenausbreitung räumlich an frühen Sätzen zu binden, um entsprechend befallsarme Regionen für entfernt liegende späte (empfindlichere) Möhrensätze zu schaffen.Due to an increasing demand for organically produced carrots in the german food retail sector organic carrot acreage rose considerably within the last ten years. As cultivation is often aggregated in specific regions the field sizes grew consequently in their spacial and temporal scale, increasing also the risk of carrot fly damages in carrots. Whereas conventional farms usually apply insecticides for controlling the pest, in organic agriculture direct control options are not available at present. In order to analyse infestation risk factors and conclude preventive strategies against carrot fly attack, five organic farms were studied during 2007 and 2009 in Lower Saxony and Hesse, Germany, combining GIS - & SWAT simulation model software with intensive field surveys. Studied influencing variables were (1) distances to previous carrot fields (2) the period of crop growth, (3) elements of perennial vegetation and (4) the experimental use of trap crops (carrots) to manipulate fly development in spring. Allowing for farm-specific differences the following results may provide a basis for improved preventive and regulative approaches in controlling the carrot fly in organic carrots: Previous year carrot fields were identified to be the most important risk factor where a local carrot fly population was increased. Dispersal behaviour of the first generation carrot flies proved to be highly adaptive with an increased number of flies and damage in the nearest carrot field, while fields located behind were discriminated. The presented on farm results indicate an annual dispersal of carrot flies within ~ 300 - 1000 m, which is in line with small scale experimental data from literature. (1) A spatiotemporal analysis on a farm scale suggested farms experiencing greater carrot fly problems when growing carrots from April until Oktober, supporting two fly generations anually. It is suggested to spatially separate early and late varieties in order to prevent carrot fly population built up. (2) The analysis of perennial vegetation on a landscape scale did not reveal a uniform influence on pest incidence. Hedgerows and trees enhanced fly abundance and larval damage significantly on some farms only. Whereas perennial vegetation as a total could not prove such an influence on carrot flies. It is concluded, that in terms of vegetation and risk avoidance, annual field border vegetation is an equally or even more important damage driving factor in carrot fly attack than perennial vegetation structure. (3) Three metres wide (four rows) strips of trap crops (carrots), located on the previous year carrot fields, proved to be highly attractive (seedlings as well as a month old carrots) to manipulate fly dispersal. Mechanical elimination of the trap crop aiming at the suppression of 2nd generation fly emergence was 100 % in 2008 but only up to 41 % in 2009. Overall the results indicate that trap cropping carrots should be sown mid of April and be removed about end of Mai, according to local fly abundance. The program shouldbe accompanied with a fly monitoring with yellow sticky traps. (4) Likewise as a preventive approach against the carrot fly a strict crop spacing scheme is discussed using early carrot varieties to manipulate and bind 1st generation carrot flies dispersal and consequently place late carrots (lifted later than Mid-August) in greater distance to strictly separate these from early crops.
URI: urn:nbn:de:hebis:34-2012072341484
???metadata.dc.description.everything???: Die Datenaufnahme wurde größtenteils durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) gefördert.
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