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KOBRA - Dokumentenserver der Universität Kassel  → Fachbereiche  → FB 06 / asl - Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung  → Fachgebiete Landschaftsarchitektur / Landschaftsplanung  → Landschaftsplanung / Landnutzung  → Dissertationen 

Please use this identifier to cite or link to this item: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis:34-2012082741690

Titel: Landschaftsperspektiven der Nutzer
Sonstige Titel: Techniken empirischer Sozialforschung zur Ergänzung von Methoden der LandschaftsplanungAnwendung an drei FallstudienBedeutung öffentlicher Wahrnehmung von Kulturlandschaft in der Landschafsplanung
Autor(en): Bödding, Sandra
Schlagworte (SWD): Soden, TaunusHamburg-WilhelmsburgKassel-RothenditmoldLandschaftsplanungLandschaftsentwicklungKulturlandschaftEmpirische SozialforschungBürgerbeteiligung
Klassifikation (DDC): 710 - Landschaftsgestaltung, Raumplanung (Civic and landscape art)
Issue Date: 27-Aug-2012
Zusammenfassung: Die vorliegende Arbeit macht Vorschläge zur Einbindung der Öffentlichkeit in Planungsbestrebungen vor Ort, wobei vor allem Methoden empirischer Sozialforschung und deren Anwendbarkeit in landschaftsplanerischen Vorhaben näher betrachtet werden. Hiermit finden insbesondere Wertezuweisungen durch die Bürger stärkere Berücksichtigung. Es wird angenommen, dass, um eine zukunftsweisende Landschaftsplanung zu etablieren, Planer und Fachleute lernen müssen, wie die lokale Bevölkerung ihre Umwelt wahrnimmt und empfindet und welche Ideen sie für die zukünftige Entwicklung der Landschaft haben. Als empirische Grundlage werden Fallstudien aus Bad Soden am Taunus, Hamburg-Wilhelmsburg und Kassel-Rothenditmold präsentiert und verglichen. Rothenditmold und Wilhelmsburg zeichnen sich durch hohe Einwohneranteile mit Migrationshintergrund aus, weisen relativ hohe Arbeitslosenquoten auf und sind als soziale Brennpunkte bekannt – zumindest für Außenstehende. Beide Stadtteile versuchen ihr Image aufzuwerten. In Wilhelmsburg wird dieses Vorhaben in die großräumigen Veränderungen eingebunden, die von verschiedenen Hamburger Großprojekten ausstrahlen. In Rothenditmold ist vor allem Eigeninitiative durch den Stadtteil selbst gefragt. In Bad Soden gibt es ebenfalls viele Menschen mit ausländischen Wurzeln. Sie gehören allerdings mehrheitlich der gesellschaftlichen Mittel- und Oberschicht an. Bad Soden verfügt über ein insgesamt positives Image, das aller kulturellen Veränderungen zum Trotz beibehalten werden soll. Entsprechende Initiativen gehen hier ebenfalls von der Gemeinde selbst aus. An allen Standorten hat es drastische Landschaftsveränderungen und speziell deren Erscheinung gegeben. Bad Soden und Wilhelmsburg haben dabei Teile ihres vormals ländlichen Charakters zu bewahren, während in Rothenditmold vor allem Zeugnisse aus der Zeit der Industrialisierung erhalten sind und den Ort prägen. Die Landschaften haben jeweils ihre einzigartigen Erscheinungen. Zumindest Teile der Landschaften ermöglichen eine Identifikation, sind attraktiv und liefern gute Erholungsmöglichkeiten. Um diese Qualitäten zu bewahren, müssen sie entsprechend gepflegt und weiter entwickelt werden. Dazu sind die Interessen und Wünsche der Bewohner zu ermitteln und in Planungen einzuarbeiten. Die Arbeit strebt einen Beitrag zur Lebensraumentwicklung für und mit Menschen an, die mittels ausgewählter Methoden der empirischen Sozialforschung eingebunden werden. Dabei wird gezeigt, dass die vorgestellten und erprobten Methoden sinnvoll in Projekte der Landschaftsplanung eingebunden werden können. Mit ihnen können ergänzende Erkenntnisse zum jeweiligen Landschaftsraum gewonnen werden, da sie helfen, die kollektive Wahrnehmung der Landschaft durch die Bevölkerung zu erfassen, um sie anschließend in Planungsentwürfe einbinden zu können. Mit der Untersuchung wird in den drei vorgestellten Fallstudien exemplarisch erfasst, welche Elemente der Landschaft für die Bewohner von besonderer Bedeutung sind. Darüber hinaus lernen Planer, welche Methoden zur Ermittlung emotionaler Landschaftswerte verfügbar sind und auf welcher Ebene der Landschaftsplanung sowie bei welchen Zielgruppen sie eingesetzt werden können. Durch die Verknüpfung landschaftsplanerischer Erfassungsmethoden mit Methoden der empirischen Sozialwissenschaft (Fragebogen, Interviews, „Spaziergangsinterviews“, gemeinsame Erarbeitung von Projekten bis zur Umsetzung) sowie der Möglichkeit zur Rückkoppelung landschaftsplaneri-scher Entwürfe mit der Bevölkerung wird eine Optimierung dieser Entwürfe sowohl im Sinne der Planer als auch im Sinne der Bürger erreicht. Zusätzlich wird die Wahrnehmung teilnehmender Bevölkerung für ihre Umwelt geschärft, da sie aufgefordert wird, sich mit ihrer Lebensumgebung bewusst auseinander zu setzen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind Beitrag und Beleg zu der Annahme, dass ergänzende Methoden in der Landschaftsplanung zur stärkeren Interessenberücksichtigung der von Planung betroffenen Menschen benötigt werden. Zudem zeigen die Studien auf, wie man dem planungsethischen Anspruch, die Öffentlichkeit einzubeziehen, näher kommt. Resultat sind eine bessere Bewertung und Akzeptanz der Planungen und das nicht nur aus landschaftsplanerisch-fachlicher Sicht. Landschaftsplaner sollten ein Interesse daran haben, dass ihre Entwürfe ernst genommen und akzeptiert werden. Das schaffen sie, wenn sie der Bevölkerung nicht etwas aufplanen, sondern ihnen entsprechende Einflussmöglichkeiten bieten und Landschaft mit ihnen gemeinsam entwickeln.This research considers the role that members of local communities might play in landscape planning activities. The hypothesis is that, for planning and long term landscape management to be sustainable, experts should want to learn what people give value to in their surroundings, and which ideas people might have for the future of their landscape. Social structures and demographic development might be highly relevant for how people perceive landscapes and also for the way how they negotiate development ideas. Changes occurring in perceived worlds might be affecting people’s values as much as changes would that are happening in the physical world. Three case studies from Germany are presented where social inclusion type planning approaches are taken. One case is the city of Bad Soden am Taunus, another is Hamburg City district ‘Wilhelmsburg’, and the third is ‘Rothenditmold’ from Kassel. Wilhelmsburg and Rothenditmold have high numbers of immigrants, high unemployment rates, and most people belong to lower social classes. Both districts are considered, by outsiders, as undesirable areas. Local residents have a different view and, in both cases, make attempts to try and improve their image. In Wilhemsburg renewal projects are integrated with ongoing large scale urban development projects. In Rothenditmold image improvements were started by grass root projects, and Kassel City has decided to build on these initiatives. In contrast, while Bad Soden has also become quite international, most people belong to the social middle and upper class. The general image of Bad Soden is good and the local administration undertakes every effort, by accommodating its growing cultural diversity, to maintain this image. In all three cases landscapes have maintained features from earlier periods; these lend a distinct appearance to their areas. One might assume that people appreciate the uniqueness and character of these features and that they are of special values to locals, for example as places of identity and recreation. In all cases the aim is to develop living space not only for but together with local people. Activating methods of empirical social research are integrated with landscape planning approaches. For example, interview techniques were adapted to learning how local people’s collective perception of landscape might be mapped and integrated with other landscape information. A basis was thus created to start identifying how people are valuing specific qualities of their living environment. These include their favorite places and also their most disliked places. Planning and designing proposals were made and, in a second step, feedback was sought from members of the local public. Proposals could thus be improved and, at the same time, people’s awareness about their environment be sharpened. The results show a need for landscape planning to adopt, in addition to existing approaches, those methods that allow for reflecting, more intensively than hitherto possible, the wishes and interest of local people. The case studies also indicate how to better meet ethical standards of public participation. Plans themselves are met with greater acceptance and find better assessments not only from the perspective of planning. Landscape planners should find that planning ideas are now taken more seriously by stakeholders. They will need to subscribe to ideas of more intensive public participation and to a style of landscape development that is done together with local people.
URI: urn:nbn:de:hebis:34-2012082741690
Bemerkungen: Das vorliegende Werk wurde unter dem Titel "Bedeutung öffentlicher Wahrnehmung von Kulturlandschaft in der Landschaftsplanung" von der Universität Kassel am Fachbereich 06 - Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung als Dissertation angenommen.
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