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KOBRA - Dokumentenserver der Universität Kassel  → Fachbereiche  → FB 01 / Humanwissenschaften  → Institut für Erziehungswissenschaft  → Schulpädagogik Schwerpunkt Gymnasiale Oberstufe  → Dissertationen 

Please use this identifier to cite or link to this item: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis:34-2012112942224

Title: Antike und moderne Strategien der Texterschließung
Other Titles: Eine Untersuchung in der Lektürephase des gymnasialen Lateinunterrichts auf der Grundlage von Originalquellen
Authors: Hoffmann, Beate
???metadata.dc.subject.swd???: GymnasiumLateinunterrichtTextanalyse
???metadata.dc.subject.ddc???: 370 - Erziehung, Schul- und Bildungswesen (Education)
Issue Date: 29-Nov-2012
Abstract: Lateinische Schriftsteller im Original zu lesen, fällt vielen Schülerinnen und Schülern in der Lektürephase des Lateinunterrichts schwer. In der vorliegenden Dissertation wird untersucht, inwiefern gezielter Einsatz von Lernstrategien das Textverständnis verbessern kann. Strategisches Arbeiten mit Texten kann bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt in schriftbasierten Kulturen nachgewiesen werden. In dieser Arbeit werden Quellentexte aus der griechisch-römischen Antike und dem Mittelalter hinsichtlich texterschließender Strategien untersucht, systematisiert, kommentiert und im modernen Lateinunterricht eingesetzt. Dabei arbeiten die Schülerinnen und Schüler selbstgesteuert und forschend-entdeckend mit Reproduktionen antiker Papyri und Pergamente. Im Laufe des Unterrichtsprojektes, das ich CLAVIS, lat. für „Schlüssel“, nenne, lernen die Schüler im Zusammenhang mit Fachinhalten des Lateinunterrichts sechs antike Strategien der Texterschließung kennen. Diese Strategien werden heute noch genauso verwendet wie vor 2000 Jahren. Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse der modernen Lernstrategieforschung wurden die Strategien ausgewählt, die als besonders effektive Maßnahmen zur Förderung von Textverständnis beurteilt werden, nämlich CONIUGATIO: Vorwissen aktivieren, LEGERE: mehrfaches und möglichst lautes Lesen, ACCIPERE: Hilfen annehmen, VERTERE: Übersetzen mit System, INTERROGARE: Fragen zulassen, SUMMA: Zusammenfassung erstellen. Ziel von CLAVIS ist es, Schülern ein Werkzeug zur systematischen Texterschließung an die Hand zu geben, das leicht zu merken ist und flexibel auf Texte jeder Art und jeder Sprache angewendet werden kann. Um die Effektivität des Unterrichtsprojektes CLAVIS zu überprüfen, wurde mit zwei parallel geführten 10. Klassen am Johann-Schöner-Gymnasium in Karlstadt im Schuljahr 2009/10 eine Vortest-Nachtest-Studie durchgeführt. Eine der Klassen wurde als Experimentalgruppe mit Intervention in Form von CLAVIS unterrichtet, die andere Klasse, die die Kontrollgruppe bildete, erhielt kein strategisches Training. Ein Fragebogen lieferte Informationen zur Vorgehensweise der Schüler bei der Textbearbeitung in Vortest und Nachtest (jeweils eine Übersetzung eines lateinischen Textes in identischem Schwierigkeitsgrad). Die Auswertung der Daten zeigte deutlich, dass Textverständnis und Übersetzungsfähigkeit sich bei denjenigen Schülern verbesserten, die die CLAVIS-Strategien im Nachtest angewendet hatten. Im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Lehrpläne auf dem Hintergrund der Kompetenzorientierung ergeben sich für das Fach Latein neue Chancen, nicht nur inhaltlich wertvolle Zeugnisse der Antike zur allgemeinen, zweckfreien Persönlichkeitsbildung von Schülerinnen und Schülern einzusetzen, sondern gezielt Strategien zu vermitteln, die im Hinblick auf die in einer Informationsgesellschaft unverzichtbare Sprach- und Textkompetenz einen konkreten Nutzen haben.In learning Latin, many pupils have difficulties in reading Latin authors in the original. In this dissertation, I examine how the application of different approaches to learning can help improve their understanding of a text. Specific techniques to help in the understanding of texts can be found in written-based cultures from very early times. In this thesis, textual sources of the Graeco-Roman period and the Middle Ages are investigated, analysed and discussed in respect of their approach to the understanding of texts and how this can be applied to Latin lessons today. The pupils worked self-regulated without teacher’s help and used reproductions of ancient papyri and parchments. During the project, which I call CLAVIS, Latin for “key”, the pupils learned six ancient techniques as part of their work on Latin texts. These techniques are used today just as they were 2000 years ago. Taking into account the results of modern research on learning techniques, I have selected those which are considered to be the most effective in improving the understanding of texts: CONIUGATIO: to apply knowledge; LEGERE: to read the text several times (loud, if possible); ACCIPERE: to accept help; VERTERE: to translate systematically; INTERROGARE: to ask questions; SUMMA: to make a summary. It is the aim of CLAVIS to provide pupils with a tool for the systematic decoding of texts which can easily be memorized and flexibly applied to texts of any type and any language. In order to check the efficacy of the CLAVIS-project, a pre- and post-test study was made with two parallel 10th classes at the Johann-Schöner-Gymnasium at Karlstadt in the year 2009/10. One class, the experimental group, was taught with CLAVIS; the other one, the control group, was not provided with a text decoding approach. The results of a questionnaire showed how the pupils worked on their texts in pre- and post-test (each time translating Latin texts of the same level). Analysis of the data made it clear that the pupils who used CLAVIS-strategies in the post-test had improved their understanding of the texts and their translation skills. On the basis of curricular reforms that focus on practical applicability, new opportunities for the teaching of Latin emerge. Ancient sources can be used not only as texts that are generally valuable in their own right for the development of pupils, but also provide techniques that are directly applicable for learning a language and understanding texts – indispensable for an information-based society.
URI: urn:nbn:de:hebis:34-2012112942224
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