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KOBRA - Dokumentenserver der Universität Kassel  → Fachbereiche  → FB 07 / Wirtschaftswissenschaften   → IVWL - Institut für Volkswirtschaftslehre  → Geld, Kredit und Währung  → Dissertationen 

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Titel: Regional Labor Market Disparities
Sonstige Titel: A New Economic Geography Perspective
Autor(en): Zierahn, Ulrich Theodor
Schlagworte (SWD): RegionalwirtschaftArbeitsökonomieWirtschaftsgeographie
Klassifikation (DDC): 330 - Wirtschaft (Economics)
Issue Date: 5-Dec-2012
Zusammenfassung: Regionale Arbeitsmärkte unterscheiden sich erheblich hinsichtlich wesentlicher Kennzahlen wie der Arbeitslosenquote, des Lohnniveaus oder der Beschäftigungsentwicklung. Wegen ihrer Persistenz sind diese Unterschiede von hoher Relevanz für die Politik. Die wirtschaftswissenschaftliche Literatur liefert bereits theoretische Modelle für die Analyse regionaler Arbeitsmärkte. In der Regel sind diese Modelle aber nicht dazu geeignet, regionale Arbeitsmarktunterschiede endogen zu erklären. Das bedeutet, dass sich die Unterschiede regionaler Arbeitsmärkte in der Regel nicht aus den Modellzusammenhängen selbst ergeben, sondern „von außen“ eingebracht werden müssen. Die empirische Literatur liefert Hinweise, dass die Unterschiede zwischen regionalen Arbeitsmärkten auf die Höhe der regionalen Arbeitsnachfrage zurückzuführen sind. Die Arbeitsnachfrage wiederum leitet sich aus den Gütermärkten ab: Es hängt von der Entwicklung der regionalen Gütermärkte ab, wie viele Arbeitskräfte benötigt werden. Daraus folgt, dass die Ursachen für Unterschiede regionaler Arbeitsmärkte in den Unterschieden zwischen den regionalen Gütermärkten zu suchen sind. Letztere werden durch die Literatur zur Neuen Ökonomischen Geographie (NÖG) untersucht. Die Literatur zur NÖG erklärt Unterschiede regionaler Gütermärkte, indem sie zentripetale und zentrifugale Kräfte gegenüberstellt. Zentripetale Kräfte sind solche, welche hin zur Agglomeration ökonomischer Aktivität wirken. Im Zentrum dieser Diskussion steht vor allem das Marktpotenzial: Unternehmen siedeln sich bevorzugt an solchen Standorten an, welche nahe an großen Märkten liegen. Erwerbspersonen wiederum bevorzugen solche Regionen, welche ihnen entsprechende Erwerbsaussichten bieten. Beides zusammen bildet einen sich selbst verstärkenden Prozess, der zur Agglomeration ökonomischer Aktivität führt. Dem stehen jedoch zentrifugale Kräfte gegenüber, welche eine gleichmäßigere Verteilung ökonomischer Aktivität bewirken. Diese entstehen beispielsweise durch immobile Produktionsfaktoren oder Ballungskosten wie etwa Umweltverschmutzung, Staus oder hohe Mietpreise. Sind die zentripetalen Kräfte hinreichend stark, so bilden sich Zentren heraus, in denen sich die ökonomische Aktivität konzentriert, während die Peripherie ausdünnt. In welchem Ausmaß dies geschieht, hängt von dem Verhältnis beider Kräfte ab. Üblicherweise konzentriert sich die Literatur zur NÖG auf Unterschiede zwischen regionalen Gütermärkten und geht von der Annahme perfekter Arbeitsmärkte ohne Arbeitslosigkeit aus. Die Entstehung und Persistenz regionaler Arbeitsmarktunterschiede kann die NÖG daher üblicherweise nicht erklären. An dieser Stelle setzt die Dissertation an. Sie erweitert die NÖG um Friktionen auf dem Arbeitsmarkt, um die Entstehung und Persistenz regionaler Arbeitsmarktunterschiede zu erklären. Sie greift dazu auf eine empirische Regelmäßigkeit zurück: Zahlreiche Studien belegen einen negativen Zusammenhang zwischen Lohn und Arbeitslosigkeit. In Regionen, in denen die Arbeitslosigkeit hoch ist, ist das Lohnniveau gering und umgekehrt. Dieser Zusammenhang wird als Lohnkurve bezeichnet. Auf regionaler Ebene lässt sich die Lohnkurve mithilfe der Effizienzlohntheorie erklären, die als theoretische Grundlage in der Dissertation Anwendung findet. Konzentriert sich nun die ökonomische Aktivität aufgrund der zentripetalen Kräfte in einer Region, so ist in diesem Zentrum die Arbeitsnachfrage höher. Damit befindet sich das Zentrum auf einer günstigen Position der Lohnkurve mit geringer Arbeitslosigkeit und hohem Lohnniveau. Umgekehrt findet sich die Peripherie auf einer ungünstigen Position mit hoher Arbeitslosigkeit und geringem Lohnniveau wieder. Allerdings kann sich die Lohnkurve in Abhängigkeit des Agglomerationsgrades verschieben. Das komplexe Zusammenspiel der endogenen Agglomeration mit den Arbeitsmarktfriktionen kann dann unterschiedliche Muster regionaler Arbeitsmarktdisparitäten hervorrufen. Die Dissertation zeigt auf, wie im Zusammenspiel der NÖG mit Effizienzlöhnen regionale Arbeitsmarktdisparitäten hervorgerufen werden. Es werden theoretische Modelle formuliert, die diese Interaktionen erklären und welche die bestehende Literatur durch spezifische Beiträge erweitern. Darüber hinaus werden die zentralen Argumente der Theorie einem empirischen Test unterworfen. Es kann gezeigt werden, dass das zentrale Argument – der positive Effekt des Marktpotentials auf die Arbeitsnachfrage – relevant ist. Außerdem werden Politikimplikationen abgeleitet und der weitere Forschungsbedarf aufgezeigt.Regional labor markets are characterized by huge disparities with respect to unemployment, wages and employment. Due to their persistence, these disparities are a key concern of economic policy. The economic literature already delivers theoretical models for analyzing regional labor markets. However, these models usually are unable to explain, how regional labor market disparities endogenously arise. This means that regional labor market disparities are usually not explained within the model, but have to be introduced into the models from outside. The empirical literature points to regional labor demand as a key factor of regional labor market disparities. Labor demand, in turn, depends on the goods markets: The demand of firms for labor depends on the development of the regional goods markets. This implies that the causes of regional labor market disparities are the disparities of regional goods markets. The latter are the subject of the New Economic Geography (NEG). The literature of the NEG explains regional goods markets disparities by confronting centripetal and centrifugal forces. Centripetal forces are forces, which lead towards the agglomeration of economic activity. The market potential argument lies at the heart of this discussion: Firms prefer locations where they have access to large markets. Workers in turn prefer locations which offer favorable employment prospects. The interaction of both arguments leads to a self-reinforcing agglomeration process of economic activity. However, this is confronted by centrifugal forces, which lead towards a uniform distribution of economic activity. Centrifugal forces are the result of immobile production factors (such as land) or congestion externalities, such as environmental pollution, traffic jams or high rents in agglomerations. When centripetal forces are sufficiently strong, centers emerge where economic activity agglomerates, whereas the periphery falls behind. The strength of this process depends on the relative strength of the two forces. The NEG-literature usually focusses on disparities between regional goods markets and assumes perfectly functioning labor markets without unemployment. Hence, the NEG-literature usually cannot explain the emergence and persistence of regional labor market disparities. This is the starting point of the dissertation. The dissertation expands the NEG by introduction labor market frictions in order to explain the emergence and persistence of regional labor market disparities. It relies on an empirical regularity: Numerous studies show that there exists a negative relationship between unemployment and wages on the regional level. Regions with above-average unemployment rates are characterized by below-average wages and vice versa. This is known as the so called wage curve. The efficiency wage theory can explain this relationship on the regional level and serves as a theoretical foundation for the dissertation. When economic activity agglomerates within a region due to the centripetal forces, this region becomes the core and is characterized by higher labor demand. Therefore the core is located on a favorable position of the wage curve where unemployment is low and wages are high. In contrast, the periphery is located on an unfavorable position of the wage curve where unemployment is high and wages are low. However, the wage curve might shift, depending on the degree of agglomeration. The complex interactions of endogenous agglomeration with the labor market frictions then can lead to very diverse patterns of regional labor market disparities. The dissertation shows, how regional labor market disparities emerge and why they persist, based on the interactions between the NEG with efficiency wages. It contains theoretical models, which explain these interactions and which extend the existing literature with specific contributions. Moreover, the dissertation contains an empirical test of the key arguments of the theory. It can be shown that the key mechanism – the positive effect of market potential on labor demand – is relevant. Furthermore the dissertation derives policy implications and shows areas for further research.
URI: urn:nbn:de:hebis:34-2012120542254
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