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KOBRA - Dokumentenserver der Universität Kassel  → Fachbereiche  → FB 11 / Ökologische Agrarwissenschaften  → Nutztierwissenschaften  → Fachgebiet Animal Husbandry in the Tropics and Subtropics  → Dissertationen 

Please use this identifier to cite or link to this item: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis:34-2015102749227

Title: Interrelatedness of grazing livestock with vegetation parameters and farmers’ livelihoods in the Mahafaly region, southwestern Madagascar
Authors: Feldt, Tobias
???metadata.dc.subject.swd???: Madagaskar (Südwest)Wiederkäuer
???metadata.dc.subject.ddc???: 630 - Landwirtschaft, Veterinärmedizin (Agriculture)
Issue Date: 27-Oct-2015
Abstract: The study aims to get deeper insight into the highly extensive system of animal husbandry in the Mahafaly region of southwestern Madagascar. It tries to understand the major drivers for pastoral dynamics, land and resource use along a gradient in altitude and vegetation to consider the area’s high spatial and temporal heterogeneity. The study also analyzes the reproductive performance of local livestock as well as the owners’ culling strategies to determine herd dynamics, opportunities for economic growth, and future potential for rural development. Across seasons, plateau herds from both livestock species covered longer distances (cattle 13.6±3.02 km, goats 12.3±3.48 km) and were found further away from the settlements (cattle 3.1±0.96 km, goats 2.8±0.98 km) than those from the coastal plain (walking_dist: cattle 9.5±3.25 km, goats 9.2±2.57 km; max_dist: cattle 2.6±1.28 km, goats 1.8±0.61 km). Transhumant cattle were detected more vulnerable through limited access to pasture land and water resources compared to local herds. Seasonal water shortage has been confirmed as a key constraint on the plateau while livestock keeping along the coast is more limited by dry season forage availability. However, recent security issues and land use conflicts with local crop farmers are gaining importance and force livestock owners to adapt their traditional grazing management, resulting in spatio-temporal variation of livestock numbers and in the impending risk of local overgrazing and degradation of rangelands. Among the 133 plant species consumed by livestock, 13 were determined of major importance for the animals’ nutrition. The nutritive value and digestibility of the natural forage, as well as its abundance in the coastal zone, substantially decreased over the course of the dry season and emphasized the importance of supplementary forage plants, in particular Euphorbia stenoclada. At the same time, an unsustainable utilization and overexploitation of its wild stocks may raise the pressure on the vegetation and pasture resources within the nearby Tsimanampetsotsa National Park. Age at first parturition was 40.5±0.59 months for cattle and 21.3±0.63 months for goats. Both species showed long parturition intervals (cattle 24.2±0.48 months, goats 12.4±0.30 months), mostly due to the maintenance of poorly performing breeding females within the herds. Reported offspring mortality, however, was low with 2.5% of cattle and 18.8% of goats dying before reaching maturity. The analysis of economic information revealed higher than expected market dynamics, especially for zebus, resulting in annual contribution margins of 33 € per cattle unit and 11 € per goat unit. The application of the PRY Herd Life model to simulate herd development for present management and two alternate scenarios confirmed the economic profitability of the current livestock system and showed potential for further productive and economic development. However, this might be clearly limited by the region’s restricted carrying capacity. Summarizing, this study illustrates the highly extensive and resources-driven character of the livestock system in the Mahafaly region, with herd mobility being a central element to cope with seasonal shortages in forage and water. But additional key drivers and external factors are gaining importance and increasingly affect migration decisions and grazing management. This leads to an increased risk of local overgrazing and overexploitation of natural pasture resources and intensifies the tension between pastoral and conservation interests. At the same time, it hampers the region’s agronomic development, which has not yet been fully exploited. The situation therefore demonstrates the need for practical improvement suggestions and implication measures, such as the systematic forestation of supplemental forage plant species in the coastal zone or a stronger integration of animal husbandry and crop production, to sustain the traditional livestock system without compromising peoples’ livelihoods while at the same time minimizing the pastoral impact on the area’s unique nature and environment.Das Ziel der Arbeit ist es, einen tieferen Einblick in das extensive Tierhaltungssystem in der Mahafaly-Region im Südwesten Madagaskars zu gewähren. Unter Berücksichtigung der großen räumlichen und zeitlichen Heterogenität der Gegend werden dabei die treibenden Faktoren identifiziert, welche einen wesentlichen Einfluss auf die pastoralen Dynamiken sowie Ressourcen- und Landnutzungsentscheidungen ausüben. Darüber hinaus werden die Reproduktionsleistungen der beiden bedeutendsten Nutztierarten sowie Zuchtstrategien untersucht, um das wirtschaftliche Nutzungs- und zukünftige Entwicklungspotential der Tierhaltung in der Region zu ermitteln. Im Jahresdurchschnitt legten Plateauherden beider Nutztierarten längere Tagesdistanzen (Rinder 13,6±3.02 km, Ziegen 12,3±3.48 km) und Maximalentfernungen zu den heimischen Siedlungen zurück (Rinder 3,1±0,96 km, Ziegen 2,8±0,98 km) als Herden von der Küste (Tagesdistanz: Rinder 9,5±3,25 km, Ziegen 9,2±2,57 km; Maximaldistanz: Rinder 2,6±1,28 km, Ziegen 1,8±0,61 km). Rinderherden auf Transhumanz nahmen eine Sonderstellung ein. Ihr Zugang zu Weide- und Wasserreserven erschien gegenüber lokalen Herden eingeschränkt zu sein, was sich im direkten Vergleich in längeren täglichen Weiderouten äußerte. Der Einfluss saisonaler Wasserknappheit konnte als wesentliches Hemmnis für die Tierhaltung auf dem Plateau bestätigt werden, während das System in der Küstenregion eher durch die dortige Futterverfügbarkeit während der Trockenzeit limitiert ist. Allerdings gewinnen Sicherheitsaspekte sowie Landnutzungskonflikte mit örtlichen Ackerbauern zunehmend an Bedeutung und zwingen die Nutztierhalter zu einer Anpassung ihres traditionellen Weidemanagements. 13 der insgesamt 133 Pflanzenarten, welchen von den Tieren gefressen wurden, waren für deren Ernährung von besonderer Bedeutung. Der Nährwert sowie die Verdaulichkeit der Futterpflanzen nahmen im Laufe der Trockenzeit erheblich ab; an der Küste traf dies auch auf die Abundanz der als Futtergrundlage zur Verfügung stehenden natürlichen Vegetation zu. In dieser Zeit des Jahres kommt der Nutzung bestimmter sukkulenter Futterpflanzen wie Euphorbia stenoclada eine wichtige Bedeutung zu. Allerdings weisen deren Bestände in der Region zunehmend Zeichen der Übernutzung auf. Hält die bisherige, wenig nahhaltige Verwendung an, könnte der Druck auf die natürlichen Vegetations- und Weideressourcen im nahegelegenen Tsimanampetsotsa Nationalpark weiter zunehmen. Das ermittelte Erstwurfalter betrug für Rinder 40,5±0,59 und für Ziegen 21,3±0,63 Monate. Beide Arten wiesen hohe Zwischenwurfzeiten auf (24,2±0,48 Monate bei Rindern und 12,4±0,30 Monate bei Ziegen), was als Folge des weitgehenden Verbleibs von Muttertieren mit schwacher Reproduktionsleistung in den Herden zu sehen ist. Die von den Herdenbesitzern angegebenen Sterblichkeitsraten der Nachkommen vor Erreichen der Geschlechtsreife waren dagegen gering; sie betrug bei Rindern 2,5 % und bei Ziegen 18,8 %. Die Auswertung ökonomischer Daten ergab insbesondere bei den Zebus höhere Marktdynamiken als erwartet. Der jährlich Deckungsbeitrag pro Nutztiereinheit lag für Rinder bei 33 € und für Ziegen bei 11 €. Mit Hilfe des PRY-Herdenmodells wurde die durchschnittliche Herdenproduktivität unter aktuellem Management quantifiziert sowie für zwei verbesserte Haltungsszenarien simuliert. Die wirtschaftliche Rentabilität des derzeitigen Viehhaltungssystems wurde dabei bestätigt. Es weist zudem noch erhebliches Entwicklungspotential auf, welches jedoch durch die begrenzte natürliche Tragfähigkeit der Region beschränkt sein dürfte. Die vorliegende Studie veranschaulicht zusammenfassend den extensiven und ressourcengesteuerten Charakter der Nutztierhaltung in der Mahafaly-Region und stellt die besondere Bedeutung der Herdenmobilität als Bewältigungsstrategie im Umgang mit saisonaler Futter- und Wasserknappheit heraus. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse den zunehmenden Einfluss externer Faktoren auf pastorale Entscheidungsprozesse. Diese erhöhen örtlich das Risiko von Überweidung und Übernutzung natürlicher Ressourcen und verstärken die Spannungen zwischen Tierhaltungs- und Naturschutzinteressen. Gleichzeitig belasten sie das vorhandene landwirtschaftliche Entwicklungspotential, welches für die Region bislang bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Konkrete Handlungsempfehlungen und Maßnahmen wie die systematische Anpflanzung von Futterpflanzen in der Küstenregion oder eine stärkere Vernetzung von Tierhaltung und Ackerbau erscheinen daher erforderlich, um die traditionelle Viehwirtschaft als Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung zu bewahren und gleichzeitig negative Auswirkungen auf die einzigartige Natur und Umwelt in der Region zu begrenzen.
URI: urn:nbn:de:hebis:34-2015102749227
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